Fortschritte in Osch trotz Herausforderungen Auch in kleiner Besetzung konnte der wichtige Austausch fortgeführt werden – mit beeindruckenden Entwicklungen im Team, in der Klinik und für die Patientinnen und Patienten vor Ort.
Im April 2026 reisten wir – anders als geplant – nur zu zweit nach Osch. Aufgrund der aktuellen Weltlage mussten die Logopädin Sabine Peters und die Chirurgin Tine Jacobson ihre Teilnahme kurzfristig
absagen. Umso wichtiger war es für uns, den Kontakt vor Ort weiterhin aufrechtzuerhalten. Vor Ort erwarteten uns sichtbare und spürbare Veränderungen. Osch entwickelt sich rasant: Der frühere Charme der Stadt weicht zunehmend einem modernen Stadtbild mit breiten Boulevards und neuer Infrastruktur. Auch das Oblast-Spital ist im Umbruch. Die renovierte Fassade und neue Fenster verleihen dem ehemaligen sowjetischen Bau ein völlig neuesErscheinungsbild.
Noch eindrücklicher als die baulichen Fortschritte ist jedoch die Entwicklung innerhalb der Klinik. Das Spaltteam – Danijar, Nursultan und Asamat – empfing uns herzlich und bestens vorbereitet. Die letzten Jahre haben deutliche Spuren hinterlassen: Die Zusammenarbeit trägt Früchte, das Team arbeitet selbstständig, professionell und mit grossem Engagement. Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig der kontinuierliche fachliche Austausch weiterhin ist. Die lokale Logopädin Saida hätte sich den direkten Austausch sehr gewünscht – der Bedarf an Weiterentwicklung und neuen Therapieansätzen ist weiterhin gross. Umso erfreulicher ist, dass bereits vermitteltes Wissen, wie etwa die Narbenmassage, fest im Alltag verankert ist. Besonders beeindruckt hat uns die Arbeit von Samara, der leitenden Assistentin. Mit grosser Sorgfalt sorgt sie für eine strukturierte, saubere und gut organisierte Klinik – auf einem Niveau, das weit über das Erwartbare hinausgeht. Materialien sind ordentlich aufbewahrt, Geräte gepflegt und einsatzbereit.
Die Bedeutung der Klinik zeigt sich auch im grossen Andrang: Das Wartezimmer war voll. Patientinnen und Patienten reisten aus der ganzen Region an – aus Bischkek, vom Issyk-Kul und sogar aus Usbekistan. Für viele ist Osch zu einem zentralen Ort der Hoffnung geworden. Dank Ihrer Unterstützung konnten wichtige neue Geräte eingesetzt werden. Der Intraoralscanner sowie die neue Behandlungseinheit verbessern die Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten erheblich. Es war deutlich zu spüren, mit welchem Stolz und mit welcher Verantwortung diese genutzt werden. Parallel dazu wird das Spital umfassend renoviert. Ganze Abteilungen werden erneuert, um langfristig bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. In Gesprächen mit der Spitalleitung wurde klar, dass künftig neben der Infrastruktur auch der gezielte Ausbau von medizinischem Material entscheidend sein wird.
Die Entwicklung vor Ort ist bemerkenswert: Aus anfänglicher Unterstützung ist ein starkes, eigenständig arbeitendes Team gewachsen. Heute gehört das Spaltteam des Oblast-Spitals Osch zu den führenden Teams im Land und hat sich auch in Zentralasien einen Namen gemacht. Diese Entwicklung wäre ohne die Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender nicht möglich. Sie tragen dazu bei, dass Wissen weitergegeben wird, Strukturen entstehen und betroffene Kinder und ihre Familien echte Perspektiven erhalten.