Warum engagieren wir uns in Kirgistan? Kirgistan zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Im Ranking der Gesundheitssysteme steht die Schweiz auf Platz 10, Kirgistan auf Platz 70. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist in der Schweiz 50-mal höher als in Kirgistan. So möchten wir ein Stück zurückgeben an die Ärmsten der Welt. Zudem ist Kirgistan seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wirtschaftlich enorm herausgefordert und ist nach wie vor dringend auf internationale Hilfe angewiesen. Besonders betroffen sind Kinder, die unter mangelnder medizinischer Versorgung und schwierigen Lebensbedingungen leiden. Hinzu kommt ein aussergewöhnlich hoher Anteil an Geburten von Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. In keinem anderen Land treten diese Fehlbildungen so häufig auf.
Jährlich kommen in Kirgistan über 500 Kinder mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt – zehnmal mehr als in der Schweiz. Die Fehlbildung entsteht, während sich der Embryo entwickelt, wobei sich Teile der Mundpartie nicht normal bilden. Als im Jahr 2006 eine Delegation des Stiftungsrates nach Kirgistan reiste, war für uns schnell klar: Wir müssen handeln. Seitdem setzen wir uns gezielt dafür ein, diesen Kindern durch nachhaltige medizinische Hilfe eine neue Perspektive zu schenken. Auch sonstige Anomalien wie ein offener Rücken (Spina bifida) kommen in Kirgistan im Verhältnis zur Schweiz viel häufiger vor. Auch ist es – verglichen mit der Schweiz – um ein Vielfaches wahrscheinlicher, dass ein Kleinkind mit offenem Rücken in Kirgistan stirbt. Seit einigen Jahren haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, auch in diesem Bereich zu unterstützen.
LKG-Projekt Osch
Nach dem Erfolg des Kinderspitals in Bischkek wandten sich 2013 zwei Kieferchirurgen aus dem Süden Kirgistans an uns. Siebaten uns, ein weiteres Behandlungszentrum in Osch aufzubauen. Dieser Bitte sind wir nachgekommen. Die Gebirgskette, die das Land teilt, erschwert vielen Familien den Zugang zu medizinischer Versorgung. Mit der Klinik in Osch können wir nun auch im Süden des Landes eine fachgerechte Behandlung ohne langeAnreise ermöglichen. Im Jahr 2014 weihten wir den neuen Operationssaal in der Oblastklinik ein und bauten ihn zu einem voll ausgestatteten Behandlungszentrum aus. Seitdem haben wir kontinuierlich darin investiert, die Ausstattung zu erweitern und das Ärzteteam zu schulen. Ein Meilenstein war 2016 die Installation eines digitalen Grossröntgengeräts, das heute täglich im Einsatz ist. Dr. med. dent. Marcel Frei, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie (CH), widmet sich der Ausbildung lokaler Zahnärzte, während seine Frau Yvonne Frei, Dentalhygienikerin, die Gehilfinnen in Praxishygiene schult – für eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Behandlung. Heute ist die Klinik in Osch eine eigenständige, gut funktionierende Einrichtung. Damit können wir Kinder im Süden Kirgistans optimal versorgen. Auch künftig unterstützen wir mit Schulungen, neuen Geräten und anderen dringend benötigten Hilfsmitteln.
LKG-Projekt Bischkek
In der Hauptstadt von Kirgistan, Bischkek, haben wir über viele Jahre in einem grossen Kinderspital ein interdisziplinäres Behandlungszentrum für Kinder mit Lippen-Kiefer- Gaumenspalten aufgebaut. Heute ist es ein voll ausgestattetes, eigenständig funktionierendes Zentrum: Ein einheimisches Ärzteteam behandelt Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten nachmodernen europäischen Standards. Die betroffenen Kinder werden bereits im ersten Lebensjahr operiert, in der HNO-Abteilung fachgerecht untersucht und, falls notwendig, unter dem Operationsmikroskop behandelt. Nur noch wenige ältere Kinder werden später operiert. Das Zentrum ist umfassend ausgestattet mit einer eigenen Patientenaufnahme, drei voll eingerichteten Behandlungsräumen, einem kieferorthopädischen Labor und einer Röntgeneinrichtung. Somit können die Fachpersonen vor Ort die vollständige Spaltbehandlung nun eigenständig durchführen. Nachdem wir dieses Projekt erfolgreich aufgebaut haben, braucht es unsere Unterstützung dort nicht mehr. Wir sind stolz darauf, haben wir das Zentrum nachhaltig etablieren können. So werden Kinder in Kirgistan auch in Zukunft bestmöglich versorgt.
Kinderspital Osch
Seit 2023 engagieren wir uns in einem grossen Kinderspital
in Osch. Hier begegnet uns unvorstellbares Leid. Viele Kinder, die mit einer Fehlbildung zur Welt kommen, und ihre Familien sind vollkommen auf sich allein gestellt. Sie werden nicht ausreichend medizinisch versorgt, die hygienischenZustände sind prekär, und den Betroffenen fehlt oftmals die Hoffnung. Unsere Mission ist klar: In den kommenden Jahren wollen wir so vielen dieser Kinder wie möglich helfen. Zu oft führen vermeidbare Infektionen, fehlende Ausrüstung oder mangelndes medizinisches Wissen zu tragischen Schicksalen. Das darf nicht sein. Indem wir finanziell unterstützen und unser Ärzteteam sein langjähriges Know-how einbringt, bewirken wir Grosses. Wir sind fest entschlossen, das Leben dieser Kinder zu verbessern und in vielen Fällen sogar zu retten. Gemeinsam schenken wir dort Hoffnung, wo sie am dringendsten gesucht wird.